
Der Pfeil der Artemis
Die Zeit tritt ehern in ihr letztes Alter.
Nur du allein bist silbern hier.
Und klagst im Abend um den Purpurfalter.
Und haderst mit der Wolke um das Tier.
Nicht, dass dein Herz nie Untergang erfuhr
und Finsternis nie deinem Aug befahl …
Doch trägt vom Mond noch deine Hand die Spur.
Und in den Wassern sträubt sich noch ein Strahl.
Wie soll, der über himmelblauen Kies
sich mit den Nymphen drehte, leicht,
nicht denken, daß ein Pfeil der Artemis
im Wald noch irrt und ihn zuletzt erreicht?
Paul Celan (1920 – 1970)
Bildquelle: fanty / PIXELIO

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