
Is Weihnachtsfreidbringan
Vur Weihnachtn is’s gschafti’ hergangan. Net nur dahoam is gwerkt und bachn wurdn, na, ah ba der Jungschar hab ma(r) uns auf deis Fest vurbereit’t.
Kloanigkeitn sand bastlt wurdn, aber nebsbei habm mia ah Weihnachtsliada für die Mettn probt.
Oanstags hat der Herr Kaplan, der grad zu aner Prob z’recht kemm’ is,
gmoant, mia sullatn am Haliabnd dei Liada den Krankn im Spital vursingan.
So habm mia uns am Haliabnd, bald dass dusi wurdn is, aufn Weg ins Spital gmacht und habm durt, Gang für Gang, lauthals gsungan. Die Türn zu die Zimman warn alle offn, damit uns ja alle hearn habm kinnan. Nachm Singan sand mia hergangan und habm iadn Bettlegerign a kloans Zweigerl mit an Kirzal übergebn. Nit oanmal hat’s oa’m Beschenktn die Red varsagt zwengs vuller Anteilnahm an dera Sach. Doh habm trotz Wasser in senna Augn söle gleicht’t, wia Kirzn aufm schönstn Weihnachtsbam.
Wia mia firti’ gwe(s)n sand, hat uns die Schwester Oberin in die Kuchl abi eingladn. Durt war a kloans Nebnzimmerl, wöls ih schon als Ministrant ban Fruahstuckn kenn’glernt hab. Kaum sand mia eintretn in deis Zimma, sand uns die Äugerl übergangan: War da der schönste Christbam, den ih bis sölm darsehgn hab ghabt: Keks, Lebzölt, Nuss’n aus Guld, Zuckerl, in die zartestn Papierl eingwicklt, Sülberpapier, die schüllernstn Kugln, dei ih net amol dartramt hätt, und noh vül mehr war drauf auf dem riesign Bam.
Mia warn grad ban Bewundern und Bestaunan von dera Pracht, da is die Schwester Oberin einakemm’ ba der Tür und hat uns allesamt, iadn oanzöln, mit an kloan’n Packl beschenkt.
Und just in dem Moment is sie ma(r) in ihrm weißn Gwandl vürkemm’, wia ‘s Christkindl persönlih!”
Richard Mösslinger

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