Sonntag, 17. Mai 2015

Poetry Slam // Städte-Battle // Innsbruck vs. Graz



Termin: Di., 19. Mai 2015 - 20:00 - 24:00 Uhr
Ort: Die Brücke, 8010 Graz
Eintritt: 5€; Karten an der Abendkasse solange der Vorrat reicht

Weiterführende Links:
Einladung
 

Hinweis:
Es können nur einzelne Veranstaltungen im Blog aufgezeigt werden. Ein Anspruch auf Vollständigkeit der Events besteht nicht.



Reinhard Mermi
Blogredaktion 







Sophie Reyer und Sigrun Höllrigl: "Odysseus X"

Termin: 18. Mai 2015 - 20:00 Uhr
Ort: Edition keiper, 8020 Graz

Weiterführende Links:
Sophie Reyer
Sigrun Höllrigl

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Reinhard Mermi
Blogredaktion 

Dasa Drndic liest aus "Sonnenschein" / Gordana Kuic liest aus "Der Duft des Regens auf dem Balkan"

Termin: 18. Mai 2015 - 20:00 Uhr
Ort: Literaturhaus Graz, 8010 Graz

Weiterführende Links:
Dasa Drndic: Sonnenschein
Gordana Kuic: Der Duft des Regens auf dem Balkan


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Reinhard Mermi
Blogredaktion 

Lesung und Gespräch: Barbara Pachl-Eberhart "Mut zum Leben"

Literatur

Termin: Mo., 18. Mai 2015 - 19:00 Uhr
Ort: Kunsthaus Weiz, Foyer, 8160 Weiz

Weiterführende Links:
Die Autorin

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Reinhard Mermi
Blogredaktion 






Eva Rossmann: Alles rot

(c) Eva Rossmann

Lesung
Der Schauspieler Paul Reisinger tourt mit „Othellos Erben“, einem Shakespeare nachempfundenen Stück über die Vertrauenskrise in Europa mit einem Ensemble aus vielen europäischen Ländern. Privat ist er mit Dagmar Wieser verbandelt, der EU-Taskforce-Leiterin für Zypern. Die wird eines Tages erschlagen am Boden aufgefunden. Ein klarer Fall für die Journalistin und Nebenbei-Ermittlerin Mira Valensky, die ohnehin gerade ein Interview mit Reisinger gemacht hat und eine Artikelserie über Europa plant. Für ihren neuen Kriminalroman „Alles rot“ hat Publikumsliebling und Schnellschreiberin Eva Rossmann besonders ausgiebig recherchiert.

Termin: Mo., 18. Mai 2015 - 19:00 Uhr
Ort: Kunsthaus Muerz, 8680 Mürzzuschlag

oder:
Termin: Fr., 22. Mai 2015 - 20:00 Uhr
mit Musik von "Die Gastgeber"
Ort: Forum Neuhofen, Neuhofen an der Krems
(in Zusammenarbeit mit der Bibliothek Neuhofen)

Weiterführende Links:
Die Autorin

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Reinhard Mermi
Blogredaktion 


Die Drachenflieger



Die Wiesen zwischen Garmisch und Grainau
Szenische Kurzprosa
von Reinhard Mermi

I

Lautlos zogen die Drachenflieger ihre Bahn. Ein kleines Mädchen, nicht älter als Drei, tapste der jungen Frau mit der Narbe auf der Wange hinterher. Bekleidet mit einer Jacke, um den Hals eine gelbe Kordel, an dem ein pinkfarbenes Spielzeughandy befestigt war. Nur mit Anstrengung schob die junge Frau den Kinderwagen vor sich her, dessen Räder Spuren in den vom Schmelzwasser aufgeweichten Untergrund zeichneten.

Der Blick des kleinen Mädchens mit der gelben Kordel um den Hals, an dem das pinkfarbene Spielzeughandy befestigt war, erfasste die bunten Segel vor dem Horizont, fast Punkte nur, blieb stehen, streckte seine Arme in die Höhe, als wolle es nach den Fliegern greifen. Kindliche Einfalt, die noch nichts ahnte von der Freiheit des Fliegens, der Angst und Erregung, der kleinen Weile, in der sich der Mensch den Kräften des Windes anvertraut.

„Carla, komm zu Mammi!“, rief die junge Frau mit der Narbe auf der Wange, und beugte sich zu dem Kind herab. Sie rückte dessen zerschlissene Jacke zurecht, umfing es mit ihrem Arm, um dann Wange an Wange mit ihm die Drachen am Himmel zu verfolgen, mit der freien Hand ihre Flugbahnen nachzuzeichnen. Geduldig beantwortete sie die kindlichen Fragen nach dem Woher, dem Weshalb und Warum.

II

Auf einer Bank aus zwei Holzklötzen und einem darüber gelegten Brett saß ein junges Paar, die Strahlen der Frühlingssonne genießend, die Oberkörper entblößt, angelehnt an die wärmende Wand des Heustadels aus zugeschlagenen Stämmen. Die junge Frau streichelte ihre Brüste, befühlte deren Knospen, die sich von den Liebkosungen des Fönwindes aufgerichtet hatten. Mit einem heiseren Lachen tastete sich ihre Hand am Oberkörper des jungen Mannes nach unten, um sie dann fordernd in seine Hose zu schieben, seine Männlichkeit zu umfassen.

Ein Schatten zog über die Beiden hinweg, so wie sich die Sonne für die Erdmaus verfinstert, wenn in ihren letzten Sekunden der Falke auf sie herabstößt. Und die junge Frau, in den Armen ihres Liebhabers liegend, blickte im Moment des Höhepunkts hinauf zu dem einsamen Drachenflieger über ihnen. Der Gedanke aber, dass er sie bei ihrem Treiben aus den Lüften herab beobachten konnte, verschaffte ihr weiteren Lustgewinn.

III

„Ich lasse mich feuerbestatten.“, sprach die Witwe zu der anderen, als sie gerade an der jungen Frau mit der Narbe auf der Wange vorübergingen, wortlos, vergeblich den Gruß der Jüngeren erheischend, das kleine Mädchen mit der gelben Kordel um den Hals, an dem das pinkfarbene Spielzeughandy befestigt war, keines Blickes würdigten. Die beiden alten Frauen, Freundinnen und Feinde zugleich, die fülligen Leiber unter den schwarzen Persianermänteln verborgen, jede am Arm die Handtasche aus Reptilienleder, gingen eilig des Wegs zwischen Mittagstisch und Kaffeekränzchen - beachteten die Drachenflieger am Himmel nicht. Und die junge Frau mit der Narbe auf der Wange blieb stehen, schaute sich neidvoll nach den Witwen um, die aus dem Grabe ernährt, ein vermeintlich leichtes Los hatten.

IV

„Eine Markfünfzig, bittschön!“, sagte der Parkwächter an der Einfahrt zum Parkplatz der Seilbahntalstation zum PKW-Fahrer. Und nachdem er kassiert hatte, setzte er sich wieder auf den grünen Brauereistuhl, neben sich eine Flasche Bier. Er war ein Gnom mit Wasserkopf, das Ergebnis der Inzucht im Alpental – blöd gesoffen.


Buchvorstellung



Karl Plepelits: Unterwegs in der Türkei. Strände, Säulen, Minarette. Iatros-Verlag 2015. ISBN 978-3-86963-380-0. 223 Seiten;
€ 16,45

Der Klappentext:
Wo findet der Reisegast so herrliche Strände, so bezaubernde Küstenlandschaften und zugleich eine ähnlich köstliche Küche wie in der Türkei?
Hier findet er mehr und eindrucksvollere griechische Ruinen als in Griechenland, mehr und eindrucksvollere römische Ruinen als in Italien, die schönsten und bezauberndsten Moscheen (und darf sie sogar besuchen)? Hier wetteifern sie ja mit dem schönsten Bauwerk der Welt in der schönsten Stadt der Welt, „dem wundervollsten Anblick, den das menschliche Auge auf Erden je betrachten kann“ (so der französische Dichter Alphonse de Lamartine).
Und noch etwas: Für Christen ist die Türkei ein „heiliges Land“. Hier trat das Christentum zum ersten Mal als eigenständige religiöse Gemeinschaft auf. Es ist das Land der Apostel Paulus und Johannes, das Land der ersten Konzile. 
Und schließlich: Wo sind die Menschen ähnlich gastfreundlich, warmherzig und hilfsbereit wie in der Türkei?

Freitag, 15. Mai 2015

Brückenbauer zwischen den USA und Deutschland

Der Literaturwissenschaftler Guy Stern
von Claudia Ehlert - Beitrag vom 08.05.2015
(Deutschlandradio Kultur / Aus der jüdischen Welt)

Ein Team der Ritchie Boys am 8. Mai 1945, von links:
Guy Stern, Walter Sears und Fred Howard.
Das Bild zeigt eine Szene aus dem Film "Hass auf Hitler - Deutsche in US-Uniform"
von Christian Bauer.
Prof. Guy Stern wurde am 14.Januar 1922 als erstes Kind des jüdischen Ehepaars Hedwig und Julius Stern in Hildesheim geboren; er erhielt den Namen Günther. Als fünfzehnjähriger Schüler gelangte er mit Hilfe verschiedener Personen und Organisationen in die USA. Nach zwei Jahren Studium meldete er sich freiwillig bei der US-Armee. Dort wurde er einer kurzen Grundausbildung unterzogen, bevor er im Camp Ritchie mit anderen europäischen Emigranten theoretisch und praktisch für den Einsatz im Zweiten Weltkrieg ausgebildet wurde. Die meisten Soldaten der Truppe stammten aus Deutschland, Österreich oder Tschechien und waren jüdischer Abstammung. Guy Stern ist einer der letzten Überlebenden der sog. „Ritchie Boys“, die im Zweiten Weltkrieg für die USA gegen Nazi-Deutschland kämpften.

Alle Versuche, seine Eltern und seine beiden Geschwister in die Emigration nachzuholen, schlugen fehl, die Familie kam im Holocaust um. 



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Weiterführende Links: 



Vladimir Verlib: Lucia Binar und die russische Seele

Lesung
Vladimir Vertlib präsentiert seinen neuen Roman über eine alte Dame, die sich nicht unterkriegen lässt.

Vladimir Vertlib by Wolfgang Kubizek
Vladimir Vertlib
Foto: Wolfgang Kubizek


Lucia Binar ist 83, und sie ist verärgert. Die Große Mohrengasse, in der sie seit langem lebt, soll aus Gründen der politischen Korrektheit in "Große Möhrengasse" umgetauft werden. Und die soziale Einrichtung, die sie versorgt, hat versagt: Ihr Essen wurde nicht geliefert. Der Telefondienst rät ihr, sich von Manner-Schnitten zu ernähren. Lucia ist empört. Sie will die Frau aufsuchen. Dabei hilft ihr ausgerechnet Moritz, ein Student, der die "Anti-Rassismus-Initiative Große Möhrengasse" unterstützt.




Termin:  Mi., 20.Mai, 19:30 Uhr
Ort:        Kunstraum am Schauplatz
                Praterstraße 42, 2. Hof
               1020 Wien

Schwarzwald-Gedicht von Ernest Hemingway


Obwohl Hemingway in späteren Texten den Schwarzwald bildhaft schön darstellte, fügte er irgendwo immer eine düstere Bemerkung ein. Sein lange unbekanntes, in der Neuen Zürcher Zeitung 2009 erstmals veröffentlichtes Schwarzwald-Gedicht kann als Beispiel gelten:

Wie weißes Haar im Silberfuchs-Pelz
Lehnen die Birken gegen den dunkeln Kiefernhügel
Im Abteil wird Deutsch gesprochen.
Jetzt winden wir uns hinauf
Durch Tunnels
Schnaubend.
Dunkle Täler mit rauschenden Bächen,
Voller Felsen, weiß eingezäunt.
Finster blickende Häuser.
Grüne Felder
Aufgeforstet mit Hopfenstangen.
Eine Schar Gänse die Straße entlang.
Ich kannte mal einen Zigeuner, der sagte,
Hier wolle er sterben. 

(Ernest Hemingway)