Mittwoch, 8. Juni 2016

Veranstaltungshinweis des ELKK für den 16. Juni 2016



Europa Literaturkreis                                      
 Veranstaltungshinweis





Literaturcafé

Gespräche über literarische Gedenktage, Vorstellung neuer Bücher, u. v. m.
Diesmal besprechen wir u. a. Leben und Werk von Inge Müller (50. Todestag), und Gertrude Stein (70. Todestag).
Natürlich besteht auch für Gäste die Möglichkeit, ihre Lieblingsbücher und Lieblingsautoren vorzustellen.

Termin:           Donnerstag, 16. Juni 2016
Beginn:           18:00 Uhr
Ort:                 KUlturZentrum, Mürzgasse 3 / 2.Stock

Donnerstag, 5. Mai 2016

Newsletter 3/2016 des ELKK

Liebe Mitglieder,
liebe Freunde des "Europa-Literaturkreis Kapfenberg"!

Für unser Kulturmagazin „Reibeisen“ Nr. 33 gilt: Die Zeit des Wartens ist vorbei (zumindest für all jene, die bei der Präsentation in Kapfenberg und/oder Wien anwesend waren bzw. ihr Belegexemplar bereits am Postweg erhielten – der Versand der Belegexemplare ist allerdings noch nicht abgeschlossen).
Fotos von den Reibeisen-Präsentationen gibt es auf unserer Homepage unter www.europa-literaturkreis.net/galerie.htm

Der Termin für unsere diesjährige Jahreshauptversammlung steht noch nicht endgültig fest, wird aber spätestens Mitte Mai „kundgetan“. (Voraussichtlich 02.06.2016.) Sollte jemand einen Antrag an die Generalversammlung richten wollen – bitte so bald wie möglich einbringen!

Auch diesmal gilt es, von einer Buch-Neuerscheinung zu berichten: Friederike Krassnig veröffentlichte unter dem Titel „Wetterleuchten“ einen weiteren Lyrikband. Für dieses Werk gilt – so wie für alle Publikationen unserer Mitglieder, die in den vergangenen zwei Jahren veröffentlicht wurden – die Einladung zur öffentlichen Präsentation im Rahmen der 4. Kapfenberger Literatur-Biennale.
Der Termin 28. – 30. Okt. 2016 ist bereits fixiert. Schon jetzt die Einladung: Bitte meldet euch, wenn ihr ein neues Buch vorzustellen habt!

In diesem Zusammenhang: Das nächste Buch von Joachim Gunter Hammer „SING ZIKADE SING“, 17-Silber mit 17 Bildern von Barbara Zoe Sammer,
ISBN 978-3-902975-34-8, Verlagshaus Hernals Wien, erscheint im Juni 2016.


Für alle Mitglieder in und um Kapfenberg:
Auf Grund des Feiertages (Christi Himmelfahrt) am kommenden Donnerstag entfällt unser wöchentlicher Klubabend im KUZ!

gez.
Josef Graßmugg
1. Vorstand

Wetterleuchten




Gedichte von Friederike Krassnig
ISBN-978-3-9500299-7-0

Es ist ein Abenteuer, 2015/2016 einen Band mit Gedichten herauszubringen. Und es ist noch mehr Abenteuer, wenn diese Gedichte keinesfalls dem „Mainstream“ entsprechen. In einem persönlichen Briefchen erläutert die Autorin auch ein wenig ihre Beweggründe. So ist zu entnehmen, dass dies auch ein persönliches Geschenk zu ihrem eigenen 85. Geburtstag sei. Dazu, liebe Friederike Krassnig, einmal vorab die herzlichsten Glückwünsche und senden Sie uns für das Reibeisen noch recht lange Ihre sehr geschätzten Gedichte, wir freuen uns jedesmal darüber.
Eingeleitet wird der Band von einem Gedicht der Enkelin, die hiemit auch bezeugt, dass die sprichwörtlichen Äpfel nicht weit von den Stämmen fallen – schön, dass hier womöglich eine Tradition weiterlebt. Wir sind gespannt auch von Mira Jana Krassnig weiteres zu lesen!
Natürlich, der flüchtige Leser wird womöglich die Nase rümpfen - ‚das sind doch Gedichte aus einer fernen, vergangenen Zeit!’ Na und? Wenn sie so gut gemacht und gekonnt sind, wie diese Sammlung von Texten der Autorin, die ja auf eine reiche Schaffenszeit zurückblicken kann, liest man gerne ein wunderschönes Gedicht über die Mondraute oder die Kugeldistel, die Trauerhasel. Wenn Friederike Krassnig den Reim verwendet (selten genug), dann kann der Leser sicher sein, „sie kann es“ das ist kein hilfloses Reimgeklingel, sondern da stimmt Rhythmus, Silbenzahl und Metrik. Meist aber schreibt die Autorin in freier Sprache und doch gelingt es ihr dabei, die Poesie z. B. eines Tatoos, eines Piercings einzufangen und wiederzugeben. Die verwendete Strophenform ist keine, um dem Leser eine Poesie  vorzutäuschen, da werden keine Prosasätze aneinander gereiht und durch willkürliche Zeilenschaltungen Gedichte vorgetäuscht. Nein, diese Art von Leserbeschwindelung hat Friederike Krassnig nicht nötig. Ihre Poesie, geschöpft aus einem langen erfüllten Leben als Schriftstellerin, begründet aus einem genauen Hinschauen und Hinhören in die Natur, ist ohne gekünstelte Modernität, sie ist aber trotzdem von einer atemberaubenden Aktualität. Wenn ihr auch das bildliche Wahrnehmen der Natur durch ihre fortschreitende Erblindung immer weniger möglich wird, so kann sie aus einem reichen Bilderfundus schöpfen und dies dem Leser vorlegen. Stellvertretend für viele Texte in dem schmalen Bändchen, möchte ich ein Gedicht hier vollständig wiedergeben, dass meines Erachtens die Sprache und Bildkraft der Autorin beispielhaft wiedergibt:

Vogelleicht

Federnblitze
Im Wandschatten
Zaubern in
Mauerrisse
Nester
Meiner Gedankenbrut.

Sie skizziert
Im Zeitraffer
Noch Leben
In den Nachthimmel
Im Zeichen des Widders
Der traumhaft
Sichtbar wird
Für tagblinde Augen.

Mögen die tagblinden Augen der Friederike Krassnig noch lange viel aus dem Inneren schöpfen und uns in so schönen Texten vorlegen. Und möge die Enkelin Mira Jana der Großmutter noch gerne zur Seite stehen und helfen, dass wir von Beiden zu lesen bekommen!


Hans Bäck
Kapfenberg


Sonntag, 6. März 2016

Über Konsequenz oder dem, was davon übrigbleibt.



(Gedanken eines Grantlers zum Montag, den 29.2.)


Der Untergang des Abendlandes steht zwar seit Jahrzehnten unmittelbar bevor, es gibt aber immer noch Ereignisse, welche das vorhergesagte Ereignis ein wenig hinaus zögern – sollte man meinen. Aber dann spießt es sich wieder irgendwo und das Abendland bleibt doch wieder erhalten. Was ist nicht schon alles vorhergesagt worden, womit der Untergang unausbleiblich scheine – aber siehe da: Das Abendland ist anscheinend doch noch nicht so morbid und nicht so leicht umzubringen. Beispiele gefällig? Aber gerne. Ich schreibe diese Zeilen am Montag, dem 29. Feber, keine Ahnung, wann der 29. Feber wieder auf einen Montag fällt, aber das ist so selten, dass es mich wundert, dass die Untergangspropheten nicht schon längst den Kometen auf die Erde zurasen sehen und sich in die Höhlen zurück gezogen haben. Wie hieß doch der tolle österreichische Wissenschaftler, der uns zur Jahrtausendwende dank eines globalen Computerkollapses den Weltuntergang vorhersagte? Nix mehr zu hören von ihm!
Aber lassen wir das, es gibt ja viel alltäglichere Dinge, die im Allgemeinen den Untergang des Abendlandes nach sich ziehen. Nehmen wir die landauf- landab geführte Diskussion um die Schließung von Post“ämtern“ Kein Mensch kann plausibel erklären, warum es sich dabei unbedingt um ein Post“amt“ handeln muss. Eine x-beliebige Dienststelle täte es ja auch, aber es muss das AMT erhalten bleiben. Vor allem jene, die tagaus tagein kein Post“amt“ mehr kontaktieren, da sie ihre Korrespondenz (fast) ausschließlich über E-Mail oder SMS erledigen, womöglich gar nicht mehr wissen, wie viele Cent (oder sind es gar schon Euro?) das Normalporto beträgt, gerade jene also, die kämpfen für den Erhalt des Post“amtes“. Dabei gibt es genügend Beispiele, wo das „Amt“ geschlossen wurde, irgendwer im Ort übernahm das „Geschäft“ wurde Postpartner und es ging klaglos weiter. Ein wenig erinnert mich das an jene Klagen, die angestimmt wurden, als die letzten Greissler zusperrten. Kaum einer der Klagenden war aber bereit, nicht mehr im Supermarkt am Ortseingang einzukaufen und so dem Greissler das Überleben gesichert hätte.
Warten wir ab, wie die österreichische Welt untergehen wird, wenn wirklich und tatsächlich in allen Lokalen das absolute Rauchverbot umgesetzt wird. Wobei: ich habe nix gegen das Rauchverbot in Lokalen, in anderen Ländern funktioniert das hervorragend, ohne den Wirten den Garaus gemacht zu haben. Nur, in aller Ruhe stelle ich die Frage: Muss sich der Staat wirklich in alles einmischen? Brauchen wir wirklich schon Regelungen für jeden Sch...? Wichtige Regelungen z. B. für die obskuren Finanzprodukte lassen weiterhin auf sich warten,  oder die längst überfällige Regelung des Pensionsantrittsalters für Frauen ist wieder auf die lange Bank geschoben. Wohl wissend, dass damit den betroffenen Frauen weiterhin fünf Jahr auf eine Pensionshöhe fehlen, die ihr Alterseinkommen verbessern würde.
Untergangsszenarien für das arme geschundene Abendland gibt es unendlich viele. Konzerte mit anschließender Bewirtung bei einem exzellenten Mahl mit ausgesuchten Weinen - pfui wie übel! Die Musik mit sowas zu verquicken. Aber das bei einer jeden Vernissage Brötchen gereicht werden und Sekt dazu, so dass der arme Besucher einer derartigen Veranstaltung nicht weiß, wie jemand begrüßen: In der einen Hand ein Brötchen, in der anderen ein Sektglas und eine Serviette zwischen den Fingern eingeklemmt und dann soll er dem Maler auch die Hand schütteln – ist doch viel lästiger, als nach einem schönen Konzert, womöglich einer Sonntagsmatinee, zu einem guten Mittagessen geladen zu sein. Oder denken wir nur an Lesungen, die womöglich bei einem Nobelheurigen oder –buschenschank stattfinden. Zwei Tische vom Autor entfernt verstehst man kein Wort der daher gemurmelten Dichtung, da die Gläser und das Besteck der Gäste so einen Lärm machen, dass die schönste Lyrik dabei untergeht.  Nein, da lob ich mir die Möglichkeit nach einem Konzert bewirtet zu werden schon mehr. Da kann ich nachklingen lassen, nochmals überdenken was ich gehört, darüber mit meinen Tischpartnern sprechen – einfach eine super Idee und sollte viel stärker angeboten werden. Nicht nur das jämmerliche Getränk in der Konzertpause, wo sich alle an eine Theke stürzen, hinter der heillos überforderte Serviererinnen schauen müssen, wie sie in zwanzig Minuten alle zufriedenstellen.
Man meint, das wären keine Gründe, den Untergang des Abendlandes herbeizujammern? Stimmt, es gibt Ärgeres, Grauslicheres. Schauen wir nur an die Grenzen in Südosteuropa, was sich da abspielt ist wirklich das Ende des Abendlandes. Wie sagte ein syrischer Flüchtling heute im Mittagsjournal des ORF? „Das ist ärger als zuhause in Syrien, wenn ich das geahnt hätte, ...“
Es schaut so aus, als ob das gewollt wäre.
Da sind zugesperrte Post“ämter“ ein Klacks oder Konzertprogramme mit Zusatzangeboten auch kein Grund sich zu ärgern (sondern eher sich zu freuen).

Aber, wie gesagt, ich hab keine Ahnung, wann der 29. Februar wieder auf einen Montag fällt, noch dazu so trübe und regnerisch wie heute, vielleicht drückt das auch auf mein „Gemüt“ und ich bin ein wenig grantig.

Hans Bäck

Sonntag, 28. Februar 2016

Manches ist leichter gesagt als getan



von Hans Walter Grössinger

Wir werden „eingeteilt“ und können gar nichts dagegen tun, außer vielleicht in ein Eremitendasein zu flüchten.

Menschen teilen ihresgleichen schon immer gerne in Kategorien ein. Bei Bürokraten beispielsweise ist das Einordnen von Existenzen in vorgegebene Schubladen von vitaler Bedeutung. Schließlich muss Ordnung in den Lebensläufen der Mitbürger  herrschen. Wo kämen wir den sonst hin auf dieser sich ohnehin immer turbulenter gebärdenden Welt.
Die Versuchung liegt daher nahe, das Prinzip, welches den Bürokratenschreibtisch in Schuss hält, auch auf die Gesellschaft mit all ihren unterschiedlichen Leuten zu übertragen.
„Auf dieser Welt gibt es zwei Kategorien von Menschen, die guten und die bösen“, vereinfacht Otto zynisch die Lage. Ich bemühe mich, an einen chinesischen Denker anzuknüpfen, der manifestiert hat, man soll menschliche Schwächen erst bei sich selbst suchen, bevor man anderen für Verfehlungen sinnbildlich den Kopf abschlägt.
„Das ist oft leichter gedacht als getan“, sagt Otto. Damit ist er wohl mehrheitsfähig.
 Es gibt ja Zeitgenossen, die im Irrglauben verharren, dass es für alles eine verbindliche Richtschnur gäbe, nach der sich das Zusammenleben ordnen ließe. Besonders die Phlegmatiker geben sich zufrieden mit einem für mich erschütternd einfachen System, welches sich in Schwarz-Weiß-Denken erschöpft: Inländer sind gut, Ausländer böse – zum Beispiel.
Besonders in härter werdenden Zeiten kommt gerne der grobe Klotz zum Einsatz. Schließlich ist denken schwierig, urteilen aber einfach.
 Es ist sicher eine lobenswerte Eigenschaft, jenen zu misstrauen, die behaupten, frei von jeglichen Vorurteilen zu sein. Es mag dort und da tatsächlich Leute geben, die ohne diese Sünde sind. Diese  würden sich aber hüten, damit zu prahlen.
Denn wenn ihnen ein solches Eigenlob über die Lippen käme, würden sie von der Mehrheit in unserer Gesellschaft  sofort wieder eingeteilt – entweder in die Kategorien „weltfremd“ oder „scheinheilig“.
 Bevor man zu rasch bei der Hand ist mit den Einordnungen von Menschen, sollte man sich vor Augen halten, dass es unter Umständen höhere Mächte gibt, die „Einteilungen“ für die Selbstgerechten bereithalten. 
Otto meint zu meinen Überlegungen: „Gott ist nicht mit uns, weil er Idioten hasst“. Nun ja, es mag so sein. Trotzdem sollte man darüber zumindest nachdenken, oder doch lieber nicht? Das bleibt  jedem von uns selber überlassen.

Sonntag, 7. Februar 2016

Sonntagsgedicht: 07.02.2016 - Faschingssonntag



Uns geht der Blick los
von HK Rintelen




Mit ruhiger Hand

kugeln wir uns tut

gezielt biegen wir

uns den Horizont



im Dauerlachen

keine Wolken bitte

Details interessieren uns

nicht die Realität



aufgesattelt zum

Höhenflug Blitzlicht

mit Donner Lächeln

schmieren wir ab



Sturm pfeift unsere

Namen Wogen gehen

hoch wo hingegen

frei im Fall wir noch

der Lust frönen