Donnerstag, 16. März 2017
Dienstag, 14. März 2017
ELKK - Veranstaltungskalender - März 2017
Offener Leseabend
Mitglieder
des Europa-Literaturkreises Kapfenberg lesen neue Texte. Anschließend besteht
die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre darüber zu diskutieren.
Auch die
Besucherinnen und Besucher dieser Veranstaltung sind eingeladen eigene Texte
mitzubringen, zu lesen und gemeinsam zu besprechen.
Termin: Donnerstag,
06. April 2017
Beginn: 19:00
Uhr
Ort: Kapfenberg, KUlturZentrum,
Mürzgasse 3 / 2.Stock
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Literaturcafé
Gespräche
über literarische Gedenktage, Vorstellung neuer Bücher, u. v. m.
Diesmal
besprechen wir u. a. Leben und Werk von Robert Musil (75. Todestag)
und Ludwig Uhland (230. Geburtstag).
Natürlich
besteht auch für Gäste die Möglichkeit, ihre Lieblingsbücher und
Lieblingsautoren vorzustellen.
Termin: Donnerstag,
20. April 2017
Beginn: 18:00
Uhr
Ort: Kapfenberg, KUlturZentrum,
Mürzgasse 3 / 2.Stock
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REIBEISEN - Präsentation
Vorstellung
der 34. Ausgabe des Kulturmagazins REIBEISEN.
Den
Schwerpunkt bildet wiederum Lyrik und Prosa in Schriftsprache, Mundart, und Übersetzungen.
Ausgewählte Texte aus dem neuen Reibeisen werden von den anwesenden Autorinnen
und Autoren gelesen. Einige der Beiträge aus dem Kulturteil:
- Künstlerporträt „Hannes Pirker“ – von Hans Bäck und Ruth Barg
- Künstlerporträt „Knut Kiesewetter“ – von Dirk-Uwe Becker
- Feuilletonbeitrag „Schloss und Evangelische Akademie Tutzing“ – von Udo Hahn
- In Fortführung der Serie über unsere Nachbarländer wird DEUTSCHLAND vorgestellt –
von Sepp
Kaltenböck d. A.
Termin: Freitag,
21. April 2017
Beginn: 19:00
Uhr
Ort: Kapfenberg, Spiel!Raum, Friedrich
Böhler Straße 9
Musikalische Gestaltung des Abends: Ac G (Wolfgang Leitner mit seiner Akustikgitarre)
Eintritt: Freiwillige Spende
Für Rückfragen:
Sepp Graßmugg 0664/4238514 josef.grassmugg@aon.at
Sonntag, 12. Februar 2017
Sonntagstext: Weil Fasching ist (aber nicht nur deswegen)
von Hans Bäck
„Sind deine Äpfel bei Vollmond oder abnehmenden Mond
gepflückt?“ fragte ich meinen langjährigen Apfelbauern in Pöllau.
„Bist deppert? Ich bin froh, dass ich in diesem blödem Jahr
(es war das Erntejahr 2016: Schnee auf den Blüten, Spätfröste usw) überhaupt
ein paar an den Bäumen habe!“
„Na ja, ich meine ja nur, denn da gibt es den Mondkalender,
wenn man nach dem geht, dann ist alles ganz anders!“
„Ja, ich könnte dann auch einen höheren Preis
verlangen, könnte mir das Kühlhaus
ersparen, und was weiß ich noch alles!“
„Du horch zu, ich habe bei meinem letzten Besuch in Hamburg
im „Hamburger Abendblatt“ gelesen, dass am Markt in Ottensen Äpfel, gepflückt
nach den Mondphasen, angeboten wurden. Und weil das auch am Stand angeschrieben
war, konnte der Verkäufer dort den vierfachen Preis verlangen. Die Urteile der
Käufer gingen von einem ‚Traumgeschmack’
bis ‚Hokuspokus’ und ‚Etikettenschwindel’. Einer meinte noch im Vorbeigehen, wenn die Äpfel noch von
sieben Jungfrauen gepflückt wären, dann würde er sie kaufen.“
„Was willst denn“ meinte mein biederer Oststeirer, „es gibt
ja auch das Mineralwasser mit Mondscheinabfüllung, da kannst auch eine Flasche
Sekt auch kaufen, so teuer ist das.“
„Ja, aber dafür wunderbar bekömmlich und du bekommst dann
auf vierundzwanzig Stunden keinen Durst mehr.“
„Und wenn der Bauer sein Schwein zu Klängen von Mozartmusik
verwurschtet, schmeckt sie unvergleichlich besser und hält dreimal so lange –
bevor sie schimmlig wird.“
„Echt? Ich habe gelesen,
beim Friseur musst du auch achten, welche Mondphase gerade ist. Bei mir
ist das besonders wichtig, denn wenn ich die falsche Phase erwische, dann
wächst überhaupt nix mehr nach und ich habe eine Totalglatze! Sonst kanns mir
passieren, bei der anderen Phase, dass ich nach 6 Wochen schon wieder zum
Friseur gehen müsste.“
„Bei uns im Dorf, da ist einer“ so antwortete mein
Obstbauer, „der auch sein Brennholz unter Berücksichtigung der Mondphasen
schlägert. Wenn er das bei Neumond macht, dann brennen die Scheiter im
Kachelofen viel länger!“
Wir haben uns geeinigt, dass ich weiterhin meine Äpfel bei
ihm kaufe, egal, wann er sie pflückt. Ob da der Mond über den Masenberg steht
oder gerade untergegangen ist, ob es Neumond oder Vollmond ist. Hauptsache, sie
sind gut und saftig (echt steirisch eben) und nicht zu sehr gespritzt, sodass
es noch ein Apfel ist, der auch nach Apfel schmeckt.
„Du, wie ist denn das mit der Liebe? Sollen wir da auch nach
dem Mond gehen?“
„Weißt was, das ist egal, seien wir froh, dass wir ...“
„Ja, hast eh recht“
Samstag, 4. Februar 2017
Rezension: „Das Bukranion“ eine Niederschrift - von Peter Miniböck
edition libica ISBN978-3-903137-04-2
Ich gebe zu, ich musste nachschlagen. Nun ja, ich habe
gefunden, und außerdem ist es auch auf Seite 3 erläutert. Gut, soll ich nun den
Leser neugierig machen und ihn selber suchen lassen, was es mit dem Titel auf
sich hat?
Ja, lieber Leser, suche und finde selbst heraus, was damit
gemeint ist und vor allem: finde selbst heraus, wohin uns der Autor da führen
will. Er legt Spuren aus, denen man nachgehen kann, um dann vielleicht
hinzufinden. Da zitiert er Cioran mit einem Satz der so allgemeingültig ist,
dass es fast schon abgedroschen ist, davon überhaupt zu reden/schreiben. Nur,
das ändert nichts an seiner Gültigkeit: „ein
Buch ist nur schöpferisch und von Dauer, wenn es mehrere unterschiedliche
Deutungen zulässt. Die Werke, die man eindeutig definieren kann, sind dem Wesen
nach vergänglich. Ein Werk lebt dank der Missverständnisse, die es hervorruft“ (Cioran,
Cashiers S 53).
Ich persönlich zitiere in solchen Fragen gerne Paul Klee,
weitaus kürzer aber um nichts exakter: „Kunst
soll nicht Sichtbares darstellen, sondern sichtbar machen“
Soweit ein Versuch, sich dem „Bukranion“ anzunähern. Doch
bevor ich mich in die Lektüre stürzen konnte, nein, mit der Lesearbeit beginnen
konnte, ein Ärgernis. Im ansonsten sehr schön gemachten Buch (gute
Handwerksarbeit der Druckerei und Buchbinderei!) ist gleich am Anfang ein
ärgerlicher Fehler. Da wird ein Satz aus einem Essay von Hugo von Hofmannsthal
aus dem Jahre 1987 zitiert, da war der
Herr schon lange tot und zwei Zeilen später wird auf einem Vortrag des Dichters
im Jahre 1896 verwiesen. Das dürfte
nicht passieren. Ich weiß schon, man achtet beim Korrekturlesen auf alles
Mögliche, Rechtschreibung, Satzzeichen, Satzbildung und was weiß ich noch
alles, da gehen Jahreszahlen gerne einmal daneben – trotzdem ärgerlich.
Nun aber zum Buch. Peter Miniböck legt uns Spuren an. Weh
dem, der diesen Spuren leichtgläubig folgt. Bald führt ihn die GROSSE STRASSE
DER STADT hinaus, dann wieder hinein oder du gleitest mit der Montgolfiere
langsam diese entlang, nicht ohne den Hinweis anzubringen, dass du auf solche
Art niemals in den Katakomben ankommen wirst. Wer zeigt Möglichkeiten auf, den
eigenen Standort zu bestimmen, um in DIE FERNE zu schauen, und so DIE WEITE
WELT zu sich heran zu holen... den EIGENEN STANDPUNKT akkurat zu bestimmen? ...
Gleichzeitig bietet der Autor Alternativen an, denn „von der Existenz des
BUKRANIONS nichts ahnen, weil ...(Seite 5) weil Gedichte über den Mond (was
eigentlich? Schon geschrieben sind?)
Die Niederschrift, so die Klassifizierung des Werkes durch
den Autor, gliedert sich in jeweils XXII Protokollauszüge („Aus den
Protokollen“) und Anmerkungen die sich „Aus den Aufzeichnungen“ ergeben. Diese
sind teilweise äußerst prägnant, teilweise sehr ausschweifend – eben, wie es
der Inhalt der Protokolle oder der gefundenen Aufzeichnungen verlangt. Wobei
diese nach der Angabe auf Seite 76 nur einen Teil darstellen, da insgesamt
vierzig Aufzeichnungen gefunden wurden. Diese Zahl wird dem Leser nicht so ohne
weiteres hingeworfen, der Autor macht sich die Mühe, diese Symbolzahl auch zu
erläutern. Man dankt dafür.
Im Schlussteil des Buches (Seite 78) legt der Autor eine
neuerliche Spur, die dazu verführt, nochmals von Vorne zu beginnen: „Wir haben nicht, was uns gehört, nur Worte,
wenigstens die. ...“
„Worte, eben, sonst
nichts.“
Peter Miniböck ein produktiver Autor, der regelmäßig mit
Neuerscheinungen auf sich aufmerksam macht. Wenn er, in Eigendefinition, u. a.
auch als „kultureller Nahversorger“ tätig ist und so daran arbeitet das
„Unwahrscheinliche, als das Wahrscheinliche“ sichtbar zu machen, darzustellen,
nahezubringen, dann ist diese Buch, diese Niederschrift ein zwar eigenwilliger,
aber wichtiger Beitrag dazu.
Hans Bäck, Kapfenberg
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