Montag, 19. Oktober 2015

Veranstaltungshinweise für Oktober 2015



                                       Veranstaltungshinweise


EuropaLiteraturkreis Kapfenberg (C)
Tagebuchtag 2015
Richard Mösslinger – Spuren seines Lebens

Richard Mösslinger (1951 – 2015) bereicherte über Jahrzehnte hinweg das steirische Kulturleben. Dies gilt sowohl für die Musik (vor allem Chorgesang), die Fotografie, und die Literatur (vor allem Lyrik, in Hochsprache und Mundart).
Wesentlicher Bestandteil seines Wirkens war, das Interesse von Kindern für Musik und Literatur zu wecken – und er hatte die Fähigkeit, sie dafür zu begeistern.
Im Rahmen des Tagebuchtages werden Wegbegleiter von Richard Mösslinger aus seinen Texten lesen und zahlreiche Spuren seines Lebens nachzeichnen.




Termin:           Donnerstag, 5. Nov. 2015
Beginn:           19:00 Uhr
Ort:                 KUlturZentrum, Mürzgasse 3


Haiku – Abend

Ein "Arbeitsabend" für Freunde japanischer Lyrik- und Kurzprosaformen.
Auch Besucher sind eingeladen, Texte mitzubringen, zu lesen,
darüber zu diskutieren, zu philosophieren . . .

Termin:           Dienstag, 10. Nov. 2015
Beginn:           19:00 Uhr
Ort:                 KUlturZentrum, Mürzgasse 3 / 2.Stock


Offener Leseabend

Mitglieder des Europa-Literaturkreises Kapfenberg lesen neue Texte. Anschließend besteht die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre darüber zu diskutieren.
Auch die Besucherinnen und Besucher dieser Veranstaltung sind eingeladen eigene Texte mitzubringen, zu lesen und gemeinsam zu besprechen.

Termin:           Donnerstag, 12. Nov. 2015
Beginn:           19:00 Uhr
Ort:                 KUlturZentrum, Mürzgasse 3 / 2.Stock


Literaturcafé

Gespräche über literarische Gedenktage, Vorstellung neuer Bücher, u. v. m.
Diesmal besprechen wir u. a. Leben und Werk von George Bernard Shaw (65. Todestag), und Swetlana Alexijewitsch (Literaturnobelpreis 2015).
Natürlich besteht auch für Gäste die Möglichkeit, ihre Lieblingsbücher und Lieblingsautoren vorzustellen.

Termin:           Donnerstag, 26. Nov. 2015
Beginn:           18:00 Uhr
Ort:                 KUlturZentrum, Mürzgasse 3 / 2.Stock


Für Rückfragen: Sepp Graßmugg  0664/4238514  josef.grassmugg@aon.at

Samstag, 3. Oktober 2015

Ein "Sonntagsgedicht"




Wie Sisyphos den Tod überlistete.












*Klartext Interaktion*
von HK Rintelen 24.07.2015

Sisyphos rollt den Felsen
in unabänderlicher Matrix
wir manipulieren gerne
geh mir aus der Sonne
ruft Diogenes verzweifelt
als überzogene Unmündigkeit
jetzt aber mit Elan
unsere Meinung soll
hier Verbreitung finden
Athenes Bankkonto
leer geräumt, wie lächerlich
hausieren angesagt
selbst Zeus bettelt
um ein Schälchen Weinblätter
aber ohne bitteren Reis
Gaia kehrt ins Chaos zurück
derweil Hades und Ares herrschen
Hermes schämt sich zu Tode
und wir tun Gutes



Freitag, 2. Oktober 2015

Start einer Lesereise




in eine der schönsten Städte Europas
von Hans Bäck

Ja, wirklich und ohne Übertreibung: Krakau halte ich für eine der schönsten Städte Europas! Ob es sich dabei um die mustergültig instandgesetzte Altstadt handelt, den prachtvollen Wawel, die unterirdische Stadt, die vielen Museen, die vorbildlichen Öffentlichen Einrichtungen wie Busse, Tram und (jawohl, auch diese) WC-Anlagen, es ist eine Freude in Krakau unterwegs zu sein. Dazu kommt noch etwas, das ich in vielen besuchten Städten vermisste: eine Sauberkeit der Straßen, Plätze, Parkanlagen, Haltestellen, die echt beeindruckend ist. Da liegen keine „Tschick“ bei den Haltestellen, die werden in die reichlich vorhandenen Behälter entsorgt, da gibt es an allen Straßen und Plätzen geschätzt alle 50 m einen Abfallbehälter, die Sauberkeit der öffentlichen WC Anlagen ist vorbildlich (dafür bezahlt man die 2 Zloty= 50 Cent gerne), die Anlagen der Restaurants und Cafés stehen dem aber nicht nach, sogar am Markt, dem Kleparski Rynek sind die (unterirdischen) öffentlichen Toiletten blitzsauber! Da komme niemand und spreche etwas von „Polen“ oder „Osten“.  Wenn ich da an die öffentliche WC-Anlage zu Hause neben der VS-Stadt denke – da ist tiefster Balkan! Der alte k. u. k. Bahnhof „Krokòw glowny“ längst ersetzt durch einen modernen, allen Ansprüchen gerecht werdenden funktionell super geplanten Bahnhof incl. integriertem Busbahnhof, der alte Bahnhof ist erhalten, vorbildlich restauriert. Sowohl die klassizistische Fassade (incl. der Färbelung in – erraten – Schönbrunnergelb), als auch die gußeisernen Pfosten mit den Ketten zur Verhinderung des Betreten von Geleisen strahlen das Flair der Vergangenheit aus.
Doch genug geschwärmt von der Stadt, schließlich war ich ja wegen der Literatur in Krakau. Die polnischen Freunde und das Literaturkollegium Brandenburg hatten im örtlichen Goethe-Institut eine Lesung vorbereitet. Der Publikumsansturm hielt sich zwar in Grenzen, jedoch waren die vorgelesenen Texte aus der gemeinsamen Anthologie „Eine Kindheit in ... Dzieciństwo w Polsce...“ sehr gut ausgewählt, von Božena Boba-Dyga charmant übersetzt und kommentiert, durchaus dazu angetan, mehr davon zu lesen, zu hören. Drei Stunden dauerte die Veranstaltung, und niemand lief davon! Also Literatur kann schon fesseln! Spannende Texte, sowohl der polnischen als auch der deutschen Autoren! Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen in Berlin du Potsdam!
Natürlich nicht nur Gläubige vor der Marienkirche am Rynek, einfach Menschen, sind von der Schönheit begeistert!                                                            

Den Steirer frisst da der Neid!

Samstag, 12. September 2015

Europa-Literaturverein Kapfenberg: Veranstaltungshinweise für Oktober 2015



                


Offener Leseabend

Mitglieder des Europa-Literaturkreises Kapfenberg lesen neue Texte. Anschließend besteht die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre darüber zu diskutieren.
Auch die Besucherinnen und Besucher dieser Veranstaltung sind eingeladen eigene Texte mitzubringen, zu lesen und gemeinsam zu besprechen.

Termin:          Donnerstag, 1. Okt. 2015
Beginn:         19:00 Uhr
Ort:                 KUlturZentrum, Mürzgasse 3 / 2.Stock





Literaturcafé

Gespräche über literarische Gedenktage, Vorstellung neuer Bücher, u. v. m.
Diesmal besprechen wir u. a. Leben und Werk von Harold Pinter (85. Geburtstag), und Rainald Goetz (Büchner-Preis 2015).
Natürlich besteht auch für Gäste die Möglichkeit, ihre Lieblingsbücher und Lieblingsautoren vorzustellen.

Termin:          Donnerstag, 22. Okt. 2015
Beginn:         18:00 Uhr
Ort:                 KUlturZentrum, Mürzgasse 3 / 2.Stock

Deutsch-polnische Anthologie: Dzieciństwo w Polsce – Dzieciństwo w Niemczech / Kindheit in Deutschland – Kindheit in Polen*




Rezension
27 deutsche und polnische AutorInnen – aufgewachsen in Polen, der DDR, in Westdeutschland – erzählen aus ihrer Kindheit.
Hg. von Heinrich von der Haar im Verlag Heidi Ramlow, 2015. 316 S., 12 €, ISBN 978-3-939385-08-0.
Das Literaturkollegium Brandenburg besteht seit 25 Jahren und hat aus diesem Anlass eine Anthologie angeregt und herausgegeben, die sich mit der Kindheit in Polen/Deutschland beschäftigt. Nun ist so eine Anthologie und noch dazu mit diesem Thema immer ein gefährliches Unterfangen. Wir kennen zur Genüge, die Verklärung der Kindheit, wie schön damals alles war, wir haben zur Genüge schon gelesen, von den Menschen, welche die unglaublichen Umstürze, Änderungen, Verwerfungen unserer Zeit erlebt hatten. Unvergesslich bleiben dem aufmerksamen Leser, die bald nach der Wende einsetzenden „Klagelieder“ von Autoren aus der ehemaligen DDR. Sie standen oft unter dem Motto. „Wir waren zwar arm, aber glücklich“ Mit entsprechenden Vorbehalten geht der Leser daher eine an Anthologie heran, welche Texte von 27 Autorinnen und Autoren aus Polen, Deutschland enthält, natürlich auch solchen aus der ehemaligen DDR. Umso größer ist die Überraschung, wenn man ein wenig hineinblättert in diese Broschüre. Der älteste Teilnehmer Jahrgang 1930, der Jüngste Jahrgang 1991. Sie stammen aus der Provinz, aus der Stadt, sie leben in Berlin, in Warschau, in kleinen Städten am Lande, in fast vergessenen Dörfern. Natürlich, das Landleben, das einfache Leben, die ärmliche Kindheit, alles wird „bedient“ und doch, es ist eine interessante Gegenüberstellung der Träume des Kindes (an die sich der „abgeklärte, desillusionierte“, Erwachsene erinnert) mit der Realität des 21. Jahrhunderts. Pointiert formulierte Romanauszüge, Short stories, Gedichte, Tagebuchskizzen, eine unglaubliche Vielfalt an Formen der literarischen Gestaltung, ein demographisch und politologisch aber auch soziologisch ausgeprägter Kosmos tut sich vor dem Leser auf.  Es ist natürlich schwer, aus Beiträge von 27 unterschiedlichen Menschen herauszufiltern, hervorzuheben, was besonders beeindruckend oder literarisch ein außergewöhnliches Highlight wäre. Es wäre auch ungerecht. Die Übersetzungen, vielfach von den Autoren selbst verfasst oder zumindest betreut, aus dem Polnischen versuchen die Poesie der Sprache beizubehalten ohne dabei auf gekünstelte und modernistische Formulierungen so genannter deutscher Gegenwartslyrik zu verfallen. Dem Rezensenten würde es unfair erscheinen, diese Story, oder jenes Gedicht besonders zu erwähnen, die Kindheitsschilderung am flachen Land mit jeder in den Plattenbauten in den Bettenburgen des Real Existierenden Sozialismus zu vergleichen. Nehmen wir den Titel einer Erzählung (eines Romanauszuges) her: „Den Wurzeln entkommt man nicht“ so ist alles über diese Anthologie ausgesagt. Sie ist als Ganzes betrachtet, ein gelungener Versuch, dieses sperrige – weil anscheinend abgebrauchte – Thema grenz- und generationsübergreifend zu behandeln. Dem Rezensenten drängt sich die Idee auf, dies in weiterem Rahmen zu wiederholen oder zu erweitern: Eine Kindheit, auch in Österreich, auch Generationen erfassend, die Vielfalt der Bundesländer, und ganz besonders die Schicksalshaftigkeit des Seßhaftwerdens der hunderttausenden Heimatvertriebenen, die nach der Katastrophe des Weltkrieges gezwungen waren, eine neue Heimat zu finden. Deren Kinder noch in Barackenlagern aufwuchsen, und nun, zwei Generationen später, die Erzählungen der Großeltern mit der Realität des heutigen Österreichs vergleichen, das sich einerseits mit umwerfenden Herzlichkeit den Flüchtlingsströmen aus dem Nahen Osten widmet, anderseits ein auch nicht geringer Teil des selben Österreichs sich vehement dagegen wehrt und behauptet „Das Boot ist voll“. So eine Anthologie, verbunden mit einer Veranstaltungsreihe (in immerhin 20 deutschen und polnischen Städten gibt es Lesungen und Präsentationen der Anthologie) ist ein wichtiges Element des so notwendigen Aufeinander-Zugehens und wäre ein Vorbild für Literaturvereinigungen! Vielleicht finden sich – nein, nicht Nachahmer – Fortsetzer, Weitermacher. Es wäre aber auch schön und wichtig, die Autoren der deutsch-polnischen Anthologie nach Österreich einzuladen. Es gibt genug Kulturinstitutionen, die sich dem annehmen könnten, genug Städte und Orte in ganz Österreich, welche oftmals Geld für „Kulturveranstaltungen“  ausgeben, wo man die „Kultur“ suchen muss. Hier wäre eine Anregung für Verantwortliche: Da habt ihr nicht nur ein aktuelles Thema, sondern auch eine hochkarätige und literarisch wertvolle Basis für eure Kulturarbeit vor Ort. Dem Literaturkollegium Brandenburg sei Dank gesagt für diese Initiative und die überaus sorgfältige Zusammenstellung und Auswahl.

Hans Bäck, Kapfenberg,
Mitglied des Europa Literaturkreises Kapfenberg, des PEN-Trieste usw.