Mittwoch, 23. Dezember 2015

Adventskalender 2015 - Türchen Nr. 23


 
Der Weihnachtsstern 
von Franz Graf von Pocci



Von Osten strahlt ein Stern herein
mit wunderbarem hellem Schein,
es naht, es naht ein himmlisches Licht,
das sich in tausend Strahlen bricht!
Ihr Sternlein auf dem dunklen Blau,
die all ihr schmückt des Himmels Bau
zieht euch zurück vor diesem Schein.
Ihr werdet alle winzig klein!
Verbergt euch, Sonnenlicht und Mond,
die ihr so stolz am Himmel thront!
Er naht, er naht sich von fern-
von Osten her- der Weihnachtsstern.

Kommentare:

  1. Ein zauberhaftes, klassisches Gedicht.

    Ich hab da auch etwas Klassisches *grins*,


    WEIHNACHT

    Erinn´rungen an Kindertage:
    das Warten war die reinste Plage
    bis endlich Heilig-Abend kam
    und man sich in die Arme nahm.
    Bescheiden wurde da geschenkt
    - mehr Zeichen: "i hob aun di denkt!"

    Lieder, Tee, heiß aus der Kanne
    Es schmurgelt Karpfen in der Pfanne.
    Lebkuchenduft und Bäckereien
    konnten uns Kinder noch erfreuen.
    Norwegerpullis handgestrickt
    und Schraubendampfer, welch ein Glück!

    Lachende Kinderaugen schau’n
    aufs Kerzenlicht am Tannenbaum.
    Oft gings noch spät nachts in die Mette
    und dann selig ins Daunenbette.

    Kahl entlaubt steh´n nackte Bäume,
    künden kalte Winterträume.
    Marktstrategie´n, Konzernint´ressen
    lassen die stillste Zeit vergessen
    des Jahrs. Natur zieht sich zurück -
    allein der Mensch ist so verrückt,

    dass ihn der Rummel - scheint´s - entzückt.
    (Warum nur wirkt man nicht beglückt?)

    Hetzen, kaufen, Geld ausgeben
    gehorsam Wirtschaft mit-beleben!
    Ein Christkind hier und da ein Santa -
    Sponsoren heißen Cola, Fanta,...
    Mütter erschöpft, gestresst die Väter,
    werden so oft zum Weihnachtstäter.

    Das Downhill-racing der Gefühle
    paart sich nicht mit Managerkühle -
    stets sorgt wer dafür, dass es kracht
    in der so stillen heil´gen Nacht!
    Nicht selten landen teure Spiele,
    weil unerwünscht, gleich in der Diele.

    Es nörgelt Opa, Mama schreit.
    Und endlich ist es dann so weit:
    in Ohnmacht fällt die Patentante,
    schlägt sich den Kopf an scharfer Kante.
    Weihnachtsmusik: das Martinshorn.
    Denn Lieder gingen längst verlorn.

    Sagt: familiären Weihnachtsfrieden -
    kann man den denn im Kaufhaus kriegen?

    © HKRintelen Nov. 2001 (OZ1)

    AntwortenLöschen